Laufende Projekte
2026 - 2027
Ciénaga de la Virgen, Kolumbien
Gemeinsam für den Schutz eines einzigartigen Ökosystems
Die Ciénaga de la Virgen ist eine rund 22 Quadratkilometer große Küstenlagune im Umfeld der kolumbianischen Stadt Cartagena. Das bedeutende Mangroven- und Feuchtgebietsökosystem ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und zugleich eine wichtige Ressource für die Menschen in den angrenzenden Stadtteilen. Doch die Lagune steht zunehmend unter Druck: Unzureichendes Abfallmanagement, ungeklärte Abwässer, Umweltverschmutzung und andere menschliche Eingriffe führen zu einer Verschlechterung des Ökosystems und einem Rückgang der Biodiversität. Gleichzeitig fehlen vielen Anwohner*innen Wissen, Strukturen und Möglichkeiten, sich wirksam für den Schutz ihrer unmittelbaren Umwelt einzusetzen.




Das Projekt „Nachhaltiger Schutz der vegetationsreichen Ökosysteme der Küstenlagune Ciénaga de la Virgen“ setzt genau hier an. Menschen aus drei angrenzenden Gebieten – La Boquilla, Caño Juan de Angola und Comuna 6 – werden dabei unterstützt, sich Wissen über Umweltschutz und Biodiversität anzueignen, Umweltveränderungen selbst zu beobachten und konkrete Maßnahmen zum Schutz der Lagune umzusetzen. Gleichzeitig werden die bislang eher getrennt voneinander arbeitenden lokalen Gruppen miteinander vernetzt.


Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Abfälle vermeiden und verwerten
Ein Schwerpunkt liegt auf einem besseren Umgang mit nicht-organischen Abfällen. In praxisorientierten Workshops lernen Bewohner*innen und lokale Kleinunternehmen, Abfälle zu trennen, Wertstoffe zu sammeln und bestehende Strukturen zur Wiederverwertung zu nutzen. Ausgebildete Umweltmultiplikator*innen geben ihr Wissen anschließend in ihren Familien, Schulen, Unternehmen und Gemeinschaften weiter.
Ziel ist unter anderem, dass im Projektgebiet insgesamt mindestens 30 Tonnen verwertbare Abfälle getrennt gesammelt und einer Verwertung zugeführt werden.


Biodiversität beobachten und schützen
Um die Veränderungen des Ökosystems besser zu verstehen, werden Bewohner*innen zu Umweltmultiplikator*innen ausgebildet. Sie lernen, wichtige Merkmale der Biodiversität zu erfassen und den Zustand der Ciénaga de la Virgen zu beobachten und zu dokumentieren.
Dabei werden unter anderem Vogel- und Fischarten, Vegetation und ergänzende Daten zur Wasserqualität erfasst. Die gesammelten Informationen werden systematisch dokumentiert und können künftig als Grundlage für Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen dienen.
Menschen und Initiativen miteinander vernetzen
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Stärkung der lokalen Zivilgesellschaft. Die Menschen und Organisationen an den drei Projektstandorten sollen stärker zusammenarbeiten und ihre Interessen gemeinsam vertreten.
Dafür werden zentrale Vernetzungsveranstaltungen durchgeführt und ein gemeinsames Gremium zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Ciénaga de la Virgen aufgebaut. So erhalten die lokalen Gemeinschaften eine stärkere Stimme gegenüber öffentlichen Institutionen und können sich langfristig aktiver an Entscheidungen zum Schutz ihres Lebensraums beteiligen.




Nachhaltig unterwegs auf den Wasserwegen
Die drei Projektstandorte sind über die Lagune und verschiedene Kanäle miteinander verbunden. Deshalb werden im Projekt auch Boote mit Elektroantrieb eingesetzt. Sie dienen unter anderem dem Transport zwischen den Standorten, dem Abtransport von Abfällen und der Erfassung von Biodiversitätsdaten. Eine solarbetriebene Ladestation ermöglicht den nachhaltigen Betrieb der Boote. Gleichzeitig werden Wasserwege erkundet, die perspektivisch für ökologische und wirtschaftliche Aktivitäten genutzt werden könnten.
Ziel des Projekts
Das Projekt verbindet Umweltschutz mit der Stärkung der lokalen Bevölkerung. Die Menschen vor Ort sollen nicht nur über die Bedeutung der Ciénaga de la Virgen informiert werden, sondern selbst zu ihrem Schutz beitragen können.
Durch Wissen, praktische Fähigkeiten, Umweltmonitoring, Abfallverwertung und bessere Vernetzung entstehen langfristige Strukturen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung des Ökosystems. Die Aktivitäten sollen zudem dazu beitragen, dass sich die Menschen stärker mit ihrem natürlichen Lebensraum identifizieren und gemeinsam Verantwortung für dessen Zukunft übernehmen.
Wer profitiert?
Direkt beteiligt sind 90 Bewohner*innen an den drei Projektstandorten sowie 30 lokale Kleinunternehmer*innen, die zu Umweltmultiplikator*innen ausgebildet werden. Über deren Multiplikationsarbeit sollen weitere 480 Menschen in den Gemeinschaften erreicht werden. Auch lokale Organisationen, Schulen, Unternehmen und öffentliche Institutionen werden in die Aktivitäten einbezogen.
