Laufende Projekte
2024 - 2027
Honduras
Klimaanpassung, wirtschaftliche Teilhabe und Küstenschutz am Golf von Fonseca, Honduras
Der Golf von Fonseca im Süden von Honduras gehört zu den Regionen Lateinamerikas, die am stärksten unter dem Klimawandel leiden. Hurrikane, Dürren und Überschwemmungen häufen sich, die Böden versalzen und die Fischbestände gehen zurück. In der Küstengemeinde Cedeño (Munizipalität Marcovia, Departamento Choluteca) haben solche Naturkatastrophen bereits mehr als 60 % der Häuser sowie eine Schule, einen Kindergarten und eine Polizeistation beschädigt oder zerstört. Hinzu kommen die Ausweitung industrieller Landwirtschaft und Garnelenzucht, die Abholzung von Mangrovenwäldern, Umweltverschmutzung und eine schwache politische Vertretung vor Ort. Die Folge sind schwindende Lebensgrundlagen, extreme Armut und zunehmende Abwanderung, besonders unter jungen Menschen.




Das Projekt „Frauen und Jugendliche stärken die Resilienz – Regenerative Strategien im Angesicht des Klimawandels“ setzt genau hier an. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation CODDEFFAGOLF werden Frauen und Jugendliche aus Cedeño und den umliegenden Dorfgemeinschaften dabei unterstützt, ihre organisatorischen und wirtschaftlichen Fähigkeiten zu stärken, sich aktiv in kommunale Entscheidungsprozesse einzubringen und ihre Küstenökosysteme wiederherzustellen. Das Projekt baut auf einem bestehenden Schutzgebietsmanagementplan auf und bringt regenerative Entwicklungsansätze in dessen Neuauflage im Jahr 2026 ein.




Frauen und Jugendliche stärken die Resilienz mit regenerativen Strategien
Kompetenzen aufbauen, Organisationen stärken
Frauen- und Jugendkollektive erhalten Zugang zu Bildungs- und Führungsprogrammen, die Wissen und Selbstvertrauen für eigenständige Entwicklungsinitiativen vermitteln. Ausgewählte weibliche und jugendliche Leitfiguren werden zu Multiplikator*innen ausgebildet und in ein regionales Netzwerk eingebunden, das sich für Interessenvertretung und wirtschaftliche Selbstbefähigung einsetzt. Auch die Partnerorganisation CODDEFFAGOLF selbst baut ihre fachlichen Kapazitäten im Bereich regenerativer Regionalentwicklung aus.


Regenerative Einkommensquellen schaffen
Ein zentraler Baustein ist die Förderung klimaangepasster Wirtschaftsinitiativen. Über das Programm „Desarróllate-Crece-Avanza“ entwickeln Frauen, Jugendliche und Kleinunternehmen neue, regenerative Einkommensmöglichkeiten im nachhaltigen Tourismus, dem Handwerk oder der Fischerei und verringern so ihre Abhängigkeit von schwindenden natürlichen Ressourcen.
Gemeinschaft und Mitbestimmung stärken
Damit die Stimmen von Frauen und Jugendlichen in der Kommunalpolitik gehört werden, werden lokale Vertrauenspersonen geschult und in einem Beratenden Ausschuss mit der Gemeindeverwaltung Marcovias vernetzt. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und öffentlichen Institutionen, damit Projektaktivitäten dauerhaft in kommunale Entwicklungspläne einfließen.









Küstenökosysteme wiederherstellen
Um die natürliche Lebensgrundlage der Gemeinden zu sichern, werden Mangrovenwälder wiederaufgeforstet, Strände, Flussmündungen und Lagunen saniert und ein kommunaler Entwicklungsplan für deren nachhaltige Bewirtschaftung erarbeitet. Die Bevölkerung wird zudem darin geschult, den Zustand der wiederhergestellten Mangroven eigenständig zu überwachen.
Ziel des Projekts
Das Projekt verbindet Klimaanpassung mit der wirtschaftlichen und politischen Stärkung von Frauen und Jugendlichen. Statt nur auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren, sollen die Menschen in Cedeño befähigt werden, ihre Region aktiv und eigenständig ökologisch, wirtschaftlich und sozial regenerativ zu gestalten.
Durch gestärkte Organisationen, neue Einkommensmöglichkeiten, politische Teilhabe und wiederhergestellte Ökosysteme entstehen langfristige Strukturen, die der Küstenbevölkerung helfen, den Herausforderungen des Klimawandels standzuhalten und Abwanderung entgegenzuwirken.
Wer profitiert?
Direkt beteiligt sind 533 Personen aus Cedeño und den umliegenden Dorfgemeinschaften – davon 285 Frauen, 90 Männer und 158 Jugendliche. Sie sind in mindestens 20 Kollektiven, Kooperativen und Organisationen von Frauen und Jugendlichen organisiert. Über die Ausstrahlungseffekte des Projekts profitiert zudem die indirekte Zielgruppe von mindestens 4.000 Menschen in der gesamten Munizipalität Marcovia, darunter Fischerfamilien und Subsistenzlandwirt*innen. Auch die Partnerorganisation CODDEFFAGOLF sowie die technische Fachschule „Julia Zelaya“ werden als institutionelle Zielgruppen in ihren Kapazitäten gestärkt.
