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Laufende Projekte

2024 - 2026

La Guajira, Kolumbien

Resilienzstärkung und Verbesserung der Lebens- und Einkommensbedingungen der  indigenen Wayuu-Gemeinschaften in La Guajira, Kolumbien

Die Halbinsel La Guajira im Norden Kolumbiens ist die Heimat der Wayuu, der größten indigenen Gemeinschaft des Landes. Das heiße, trockene Klima, ausbleibende Regenfälle und die zunehmende Versalzung des Grundwassers erschweren den Zugang zu sauberem Trinkwasser und die traditionelle Landwirtschaft. Die Folgen sind Nahrungsmittelknappheit, eine überdurchschnittlich hohe Mangelernährung bei Kindern und ein Mangel an wirtschaftlichen Perspektiven. In den Gemeinden Mayapo und Manaure, nördlich von Riohacha, sind die Menschen zudem oft von Zwischenhändlern abhängig, die ihre handgefertigten Produkte zu niedrigen Preisen abkaufen – ein Umstand, der Abwanderung und Perspektivlosigkeit weiter verstärkt.

Das Projekt „Resilienzstärkung und Verbesserung der Lebens- und Einkommensbedingungen indigener Gruppen“ setzt an zwei zentralen Orten an: dem ethno-pädagogischen Institut Laachon in Mayapo, der größten ländlichen Bildungseinrichtung der Region, sowie der Salzkooperative ASOCHARMA in Manaure. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation Fundación Terrazul werden die Wayuu-Gemeinschaften dabei unterstützt, ihre Wasser- und Ernährungssicherheit zu verbessern, eigene Einkommensquellen aufzubauen und ihr traditionelles ökologisches Wissen für die Anpassung an den Klimawandel zu nutzen.

Wasser, Ernährung und wirtschaftliche Teilhabe 

Wasser- und Ernährungssicherheit schaffen​

Am Institut Laachon wird eine solarbetriebene Entsalzungsanlage errichtet, die sauberes Trinkwasser für rund 1.600 Schüler*innen und ihre Familien liefert und von einer eigens gegründeten Arbeitsgemeinschaft eigenständig betrieben wird. Ein experimenteller Schulgarten mit Aquaponik und Spirulina-Anbau ergänzt traditionelles Anbauwissen um neue Methoden, während Ernährungsberatungen den Familien helfen, Mangelernährung vorzubeugen.

Handwerk und Einkommen stärken​

An beiden Standorten entstehen von Frauen geleitete produktive Kollektive: An der Schule in Mayapo bauen Frauen und Schülerinnen ein Zentrum für Kunsthandwerk auf, in Manaure investiert die Salzkooperative in Verarbeitungsinfrastruktur wie Mühle und Verpackungsmaschine. Schulungen zu Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Direktvertrieb sollen die Abhängigkeit von Zwischenhändlern verringern und die Einkommen der beteiligten Familien um mindestens 20 % steigern.

Klimawissen und Umweltschutz fördern​

Über partizipative Veranstaltungen zum Wissensaustausch werden Umweltschutz, Ökotourismus und Klimaanpassung vermittelt. Weibliche Schlüsselfiguren der Wayuu-Gemeinschaft werden befähigt, Informationsmaterialien in Spanisch und Wayunaiki zu erstellen, während an mehreren Teststellen erstmals Ansätze zur Wiederherstellung lokaler Wasserkreisläufe erprobt werden.

Ziel des Projekts

Das Projekt verbindet den Zugang zu sauberem Wasser und Nahrung mit wirtschaftlicher Selbstständigkeit und dem Schutz traditionellen Wissens. Die Wayuu-Gemeinschaften in Mayapo und Manaure sollen befähigt werden, den Folgen des Klimawandels eigenständig zu begegnen, ihre kulturelle Identität zu bewahren und ihre Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.

Wer profitiert?​

Direkt beteiligt sind rund 1.860 Personen: etwa 1.600 Schüler*innen des Instituts Laachon, rund 40 Frauen und Mädchen im dortigen Handwerkszentrum sowie 80 Wayuu-Familien (ca. 240 Personen) der Salzkooperative ASOCHARMA in Manaure. Indirekt profitieren rund 3.000 Angehörige der Schulgemeinschaft von der verbesserten Wasserversorgung sowie 44 Tourismusführer*innen und weitere Gemeindemitglieder aus Mayapo und Manaure. Als institutionelle Zielgruppen werden zudem die Fundación Terrazul, das Institut Laachon de Mayapo und die Kooperative ASOCHARMA in ihren Kapazitäten gestärkt.​​

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